Gutmensch mit Hausverstand
Falter / Jänner 2026
Es war eine weise Entscheidung von Christoph Spörk, der Musik in seinem neuen Solo wieder die Hauptrolle zu geben. Denn von Pop bis Polka macht ihm so schnell keiner etwas vor. Mit seinen drei verlässlichsten Gefährten – Harmonika, E-Piano und Klarinette – bedient er in „Maximo Lieder“ auch die tief verinnerlichten Bedürfnisse jenes Publikums, das zum Mitklatschen und Mitsingen ins Kabarett geht. Zur großen Freude des Frontman. Die Liedtexte spielen dann oft nur die zweite Geige. Hauptsache, sie fügen sich in Rhythmus und Reim in die Gaudistimmung ein. Sascha, Russia, Pascha und Natascha lassen sich einfach nicht zu einer sinnvollen Strophe über den Bundespräsidenten verdichten.
Mit satirischem Ernst bemüht er sich indes andernorts darum, die Deutungshoheit über feindlich okkupierte Begriffe wie Gutmensch oder Hausverstand zurückzugewinnen. Den Volkstümlichen singt er ein fast durchwegs aus fremden Ländernamen zusammengezimmertes Heimatloblied. Und ein Song über den Trend zu hohen Gartenzäunen mündet in der Erkenntnis: „Angst und Geld verbauen die Sicht“. Dazu gesellen sich fabelhafte Lieder über frühe Vögel, faule Würmer und – als musikalisch furios geloopte Zugabe – über einen nach Höherem strebenden Maulwurf. In Summe ein recht ambivalentes Amüsement.

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