Mrazandertaler wird Kosmoprolet
Falter / Februar 2026
In seinem ersten Soloprogramm „Mraz F1rst“ dienen dem wandlungsfähigen Schauspieler Thomas Mraz (50) unterschiedliche Erscheinungsformen von Egoismus als Anknüpfungspunkte für seinen locker gespannten roten Faden. Die Orte der Handlung seiner mit Pointen aller Preisklassen dicht gespickten und gelegentlich auch selbstironischen Erzählungen – von Favoriten über das Bundesheer und die Schauspielschule bis zum Thailand-Urlaub: „Ich bin ein Kosmoprolet: ein Mundl del mundo“ – bieten zwar keine wesentliche kabarettistische Neulandgewinnung, doch gelingt es Thomas Mraz, als spätberufenem Stand-up-Komiker vor allem mit präziser körperlicher Komik bei der Darstellung diverser Alltagstypen zu punkten.
Wer will, kann im pointiert überzeichneten Personal der Generalversammlung eines Kleingartenvereins ein satirisches Gleichnis auf Machtstrukturen und Korruption entdecken. Und im klischeehaft karikierten nächtlichen Kundenkreis eines Würstelstands eine gesellschaftskritische Analyse über Ressentiments und Standesdünkel. Auch in den Warteschlangen vor Pfandautomaten zeigen sich auffällige Verhaltensweisen: Supermärkte sind nämlich die bevorzugten Lebensräume der Nachkommen der Jäger und Sammler vom Stamm der „Mrazandertaler“. Zur Erinnerung: Es ist sein Kabarettdebüt! Respekt.

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